Die Preisträger des "clip & klar europe 09"
Die Auswahl der Preisträger erfolgte durch eine hochkarätig besetzte europäische Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Film- und Medienbranche und der Aidsprävention.
Mit Klick auf den jeweiligen Spot können Sie sich die preisgekrönten Beiträge direkt anschauen.
Kategorie 1: Beste nationale TV- und Kinokampagnen zur Aids-Prävention
1. Preis:
Portugal
National Coordination for HIV/AIDS
„5 Reasons Not to Wear Condoms“
Das Kondom als unbequemer Romantik- und Gefühlskiller - wer kennt dieses scheinbar so schlagkräftige Argument nicht. An dem erstplatzierten Spot hat besonders überzeugt, dass er die gängigen Vorbehalte gegenüber der Kondomnutzung aufgreift und ihnen die möglichen Folgen des Kondomverzichts gegenüberstellt. Hier wird prägnant auf den Punkt gebracht, dass es sich lohnt, über den romantischen Moment hinaus zu denken. "Think twice", lautet deshalb der Claim. Auch wenn der handwerklich hervorragend umgesetzte Spot abschreckende Bilder zeigt, die das Publikum spalten könnte: Er besticht dadurch, dass er hohe Aufmerksamkeit erregt und im Gedächtnis des Zuschauers haften bleibt.
2. Preis:
Belgien/Valonien
Plate-Forme Prévention SIDA
„Gay“
Wie sag ich nur, dass ich ein Kondom benutzen will? Vor dem Problem stehen im entscheidenden Augenblick viele. Der zweitplatzierte Spot, der Teil einer Spotreihe ist, zeigt spielerisch auf, wie Humor und Phantasie über die Hürde hinweghelfen können – auch im leidenschaftlichsten Moment. Die Botschaft: „Egal wie – aber sprich darüber“ vermittelt eine gelassene Selbstverständlichkeit im Umgang mit Kondomen. Der Spot ist Teil einer Reihe von drei Spots, die in verschiedenen Settings spielen, aber dramaturgisch ähnlich angelegt sind. Der ausgewählte Spot überzeugt nicht zuletzt dadurch, dass er das Thema Homosexualität aufgreift und zwei männliche Protagonisten in den Mittelpunkt stellt. Eine formal-ästhetisch wie inhaltlich sehr gelungene Produktion.
3. Preis:
Schweiz
Bundesamt für Gesundheit
„Beach Bar“
Der drittplatzierte Spot bringt auf witzige und überraschende Weise eine Situation auf den Punkt, in der sich so mancher Zuschauer selbst „ertappen“ kann: „Das ging alles so schnell. Da habe ich gar nicht an Kondome gedacht“. So schnell wie der kurze Spot vorbei ist – so schnell kann es gehen: So schnell ist das Kondom vergessen, und so schnell können auch ungewollte Folgen entstehen. Der Spot, ebenfalls Teil einer Spotreihe, überzeugt durch eine klare Botschaft, die zum Nachdenken anregt, und seine wunderbar überzeichnete und filmisch hervorragende Umsetzung. Form und Inhalt korrespondieren aufs Beste.
3. Preis:
Russland
Global Business Coalition on HIV/AIDS, Tuberculosis and Malaria
„Pool“
Stellen Sie sich vor, mit verbundenen Augen auf einem Dreimeterbrett zu stehen. Ist Wasser im Becken? Was ungeschützter Sex bedeuten kann, das „kleidet“ der zweite Spot auf Platz 3 in eine wirkungsvolle und exzellent umgesetzte Metapher. Einem „Blindflug“ gleich bringt man sich und andere in eine verhängnisvolle Situation. Der Spot beeindruckt und überzeugt durch den spannungsvollen Aufbau, eine hervorragende Inszenierung und eine nachhaltige Botschaft.
Kategorie 2: Beste Aids-Spots freier europäischer Filmemacherinnen und Filmemacher sowie Filmstudentinnen und Filmstudenten
1. Preis
„Sturmfrei“
Regie: Frauke Thielecke
„Nice to have the stereotypical start of a clip, then a funny twist and a happy ending, all in one minute“. Der Spot, der den 1. Platz belegt, überzeugt durch eine unterhaltsame und dramaturgisch stimmige Story, die die klare Botschaft vermittelt: Ohne machen wir es nicht. Authentisch und augenzwinkernd wird transportiert, dass es die natürlichste Sache der Welt ist, gut vorbereitet zu sein und ein Kondom dabei zu haben. Das Kondom wird zugleich zum Lebensretter, wenn auch nicht unserer Hauptdarsteller… – eine gelungene Metapher auf die Bedeutung des Schutzes vor einer HIV-Infektion.
2. Preis
JUPO Köln
Regie: Björn Kempa,
Regieassistenz: Lika Breuer
„A Perfect Day“
Gleichgeschlechtliche Liebe und ländliches Idyll – gerade für junge homosexuelle Menschen ein oftmals unvereinbarer Gegensatz. Denn genau dort auf dem Land können sie sich nur selten problemlos outen. Der zweitplatzierte Spot überzeugt dadurch, dass er mit Mitteln der Persiflage genau diese Gegensätze idyllisch vereint: ländliche Unschuld und Glückseligkeit der 50er Jahre, unkonventionelle Liebe und der offene Umgang mit Kondomen gehen Hand in Hand. Der Spot platziert auf wunderbar humorvolle Weise eine klare Aussage zur Anerkennung homosexueller Liebe und dem Schutz vor Aids. Er beeindruckt sowohl durch seine filmästhetisch und dramaturgisch exzellente Umsetzung als auch die originelle Story.
3. Preis
„Was die Großmutter schon wusste“
Regie: Philip Fricker
„Funny, seductive, surprising“. Der drittplatzierte Spot vermittelt mit Witz und Augenzwinkern, dass Leidenschaft und Romantik keineswegs eine Frage des Alters ist – genauso wenig wie der Schutz mit Kondomen. Auch Großmütter kennen sich bestens aus – davon können die nachfolgenden Generationen nur lernen. Der Spot überzeugt besonders durch seine originelle, Generationen übergreifende Idee und die leichtfüßig vermittelte Motivation zur Nutzung von Kondomen. Das Kondom wird als selbstverständliches Utensil vor Augen geführt, dem durchaus auch etwas Spielerisches, Anregendes und Verführerisches anhaften kann. Eine durchweg gelungene Produktion.









